Ausstellung im Hamburger Rathaus : Eine Stadt und ihr KZ, Häftlinge des KZ Neuengamme im Hamburger Kriegsalltag 1943-1945

15 Außenlager des KZ Neuengamme wurden 1944 in Hamburg errichtet, darunter auch das Außenlager Finkenwerder in dem Häftlinge für die Deutsche Werft schuften mussten. Hamburgerinnen und Hamburger begegneten KZ-Häftlingen im Alltag auf der Straße, dem Arbeitsweg und im Betrieb.

Die Ausstellung wird zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar von der Hamburgischen Bürgerschaft präsentiert. Sie ist vom 17. Januar bis 10. Februar 2019 im Hamburger Rathaus zu sehen.

Gedenkveranstaltung / Kranzniederlegung am 18.11.2018

Die Finkenwerder Geschichtswerkstatt erinnert seit 1998 mit einer Gedenkveranstaltung an die Opfer des Nazi-Terrors anläßlich der Pogrome von 1938. In diesem Jahr ist es 80 Jahre her, dass die Nazis die Verzweiflungstat eines jungen polnischen Juden in der deutschen Botschaft Paris zum Anlass nahmen, den „spontanen Volkszorn“ zu organisieren. Vom 9. auf den 10. November 1938 brannten die Synagogen, wurden jüdische Geschäfte zerstört und geplündert, wurden jüdische Mitbürger geschlagen und ca. 20.000 von ihnen in das KZ-Dachau eingeliefert.
Diskriminierung und Verfolgung erfuhren in der Nazi-Zeit etliche Gruppen, die aus politischen oder Glaubensgründen nicht mit den verbrecherischen neuen Machthabern einverstanden waren oder ihren kruden „Rasse- und Reinheitsgesetzen“ nicht entsprachen. Dazu gehörten unter anderem auch die Homosexuellen. Unsere diesjährige Veranstaltung ist dieser Gruppe gewidmet.

Nach der Kranzniederlegung am Mahnmal, Ecke Rüschweg/Neßpriel um 15.00 Uhr, berichtet der Historiker Dr. Gottfried Lorenz im Gemeindesaal der St. Nikolai Kirche, Finkenwerder Landscheideweg 157, um 15.30 über das Schicksal der Homosexuellen vor, während und nach der NS-Zeit.

Ausstellung REVOLUTION 1918

Am 31.Oktober startet die Finkenwerder Geschichtswerkstatt mit ihrer dritten diesjährigen Ausstellung. Sie erinnert an die dramatischen Veränderungen in Europa nach Beendigung des Ersten Weltkrieges als die alten Ordnungen sich auflösten und die unterprivligierten Klassen aufbegehrten. Es begann in Russland. Deshalb zeigt die Ausstellung zunächst Plakate aus der Zeit der russischen Revolutiionsjahre 1917-1920.

Die Plakate drückten zu ihrer Zeit die Besorgnisse, die Befürchtungen, die Hoffnungen, die humanen Ideale von Millionen Menschen aus in einem Kampf, der für sie nur mit einem Rückfall in den dunkelsten der Abgründe oder mit einer strahlenden Wiedergeburt enden konnte. Alle diese in sehr verschiedenen Stilen gearbeiteten Plakate sind durch den revolutionären Impuls geeint, deren Ausdruckkraft zeigt, wie die Kraft einer Idee sich in unterschiedlichen Stilen und Formen ausdrücken kann. Sie verströmen eine Erneuerkungskraft, das Gefühl eines ungeheuren Aufatmens, einer Bewegungsfreiheit, die die Revolution und deren Ideen für die Hoffnungen und die Intelligenz der Menschen und für die erhabene Idee einer gerechten und gleichen Gesellschaft in sich trug. Das betrifft besonders Plakate, welche die Kampagne gegen das Analphabetentum, der Gefahr einer Hungersnot oder gegen Antisemitismus und Prostitution betreffen. Ergänzt wird die Ausstellung mit Texten zur Revolution in Hamburg.
Die Ausstellung in der Fritz-Schumacher-Kapelle wird am 31.Oktober 2018, 15 Uhr eröffnet und ist danach bis Mitte Dezember jeden Dienstag 14-16 Uhr und Donnerstag 14-16 Uhr zu besichtigen. Außerhalb dieser Zeiten auf Anfrage unter 040 7427992.